Blog #9

Was darf oder soll ein Hochzeitsvideo eigentlich kosten?

Hochzeitsblog hinter der Kamera Nr. 9

Noch voller Euphorie vom gemachten Antrag und der Entscheidung über die Organisation der Hochzeit setzt sich eine gewisse zukünftige Braut an den Rechner. Sie ist entschlossen und motiviert. Sie braucht Dienstleister für Ihre Feier – es soll ja schließlich alles perfekt werden. Die Reise beginnt.

Überblick über die Kosten schaffen

Das ist der erste Schritt, denn ein Hochzeitsvideo ist schließlich nicht alles, was auf einer Hochzeit organsiert werden muss. Grundsachen, die nicht fehlen dürfen: Location (sei es auch eine Wiese, aber sie muss trotzdem organisiert werden), Essen (ohne Essen geht gar nix!) und DJ/Musiker/Dudelsackspieler. Das sind die Grundpfeiler. Wenn sie vorhanden sind, kann das Restbudget nach Belieben verteilt werden. Wichtig hierbei – verlasst Euch auf das Herz und investiert das Geld nur in die Sachen, die Ihr haben wollt und nicht das was Euch von Traditionen, Eltern, Freunden aufgezwungen wird.

Der Strand voller Sandkörner 

Mittlerweile ist der Hochzeitsvideomarkt voll mit Anbietern. Wenn er vor 10 Jahren noch sehr rar besetzt war, tummeln sich heute hunderte von verschiedenen Kamera, Fotokamera, Kamerafoto und „alles zusammen-Dienstleistern“ auf dem Marktplatz der Frischvermählten. Aufgrund der fehlenden Segmentierung auf dem Hochzeitsmarkt können die Paare am Anfang Ihrer Reise fast immer keinen Überblick über die Anbieter gewinnen. Häufig spielt hier das Glück in die Karten: „Wir haben aus Versehen was in Google angeklickt und da wart Ihr! Wie das Licht der Sonne in einer dunklen Nacht!“ – Ok, das ist ein bisschen übertrieben, aber nah an der Realität. Die Kosten für die Buchung eines Hochzeitsvideos sind genau so unübersichtlich wie die Anbieter selbst. Hier gilt es eigentlich nur eine und dabei auch gleichzeitig die wichtigste Regel zu beachten – wenn eine Dienstleistung zu günstig ist, stimmt da irgendwas nicht. Warum? Das gucken wir uns doch mal an.

Die Kosten für die Erstellung vom Hochzeitsvideo

 Hier könnt Ihr eine sehr seltene Information bekommen. Und zwar die tatsächlichen Kosten für die Produktion der Hochzeitsvideos.
Fangen wir mit dem Teuersten an: die Technik. Wenn man es vernünftig machen möchte – sprich man produziert Filme und ist stolz darauf, braucht man folgende Sachen: insgesamt zwei Mann oder Frau. Alleine zu drehen können nicht viele und die, die es können, müssen es jahrelang erlernen. Kameras. Mindestens drei Stück, inklusive Speichermedien, Objektiven, Stabilisationsgeräten, Kabeln, Taschen, Drohnen etc.  – mindestens 25.000 €. Diese Technik geht natürlich ständig kaputt und muss auf dem neusten Stand gehalten werden. Für den Einsatz braucht man natürlich ein Vehikel. Die günstigste Variante: Pferd. Es schlägt mit 50 € Euro zur Buche. Ein Leihfahrzeug kostet Euch inkl. Sprit mindestens 200 € pro Einsatz. Die nächste große Station ist Euer Hauptquartier. Wenn Ihr ein Hochstapler seid und das gut draufhabt, dann könnt Ihr die Kunden in fremden Räumlichkeiten empfangen und Euren Cut-Prozess gemächlich zu Hausen in einer Unterhose vollbringen. In dem anderen Fall braucht Ihr ein Büro – 600 € pro Monat. Der Rechner von Euch sollte nicht der günstigste sein, denn sonst kann sich die Deadline der Abgabe vom Hochzeitsvideo um ein Paar Jahre verschieben. Also ran an die Bouletten – 3000 bis 6000 €. Software darf natürlich auch nicht fehlen – 40 € pro Monat sollten reichen. Somit neigen sich die Kosten auch schon langsam dem Ende zu. Wir dürfen aber nicht die hohe Versteuerungsrate in unserem geliebten Land vergessen. Unser Fiskus ist nämlich richtig heiß drauf Dir die letzten Kröten aus der Hand zu reißen und voller Freude über Deine aufkommenden Tränen zu lachen.

Wenn wir uns das alles zur Gemüt ziehen, haben wir vielleicht demnächst mehr Verständnis mit dem armen Hochzeitsvideografen.

Um nochmal zu der Anfangsfrage zurückzukommen – was darf nun ein Hochzeitvideo kosten. Es darf was kosten, denn es ist eine Menge Schweiß, Mühe und Leidenschaft, die die Menschen in diese Werke reinstecken. Versaut es Euch nicht und arbeitet nur mit seriösen Anbietern zusammen. Preisdumper sind auf kurzfristige Gewinne raus – sie zerstören den Markt. Also, Freunde, nichts wie ran an die Recherche. Wir hoffen, dass dieser Artikel Euch dabei helfen wird. Möge die Macht mit Euch sein 🙂

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